Hauptgeschäftsführer Dick warnt IG Metall vor Einschränkung der Arbeitszeitflexibilität: "Weitreichende Flexibilität ist für Betriebe unerlässlich"

Südwestmetall-Mitgliederversammlung: Bezirksgruppen-Vorsitzender Prochaska kritisiert Nahles-Plan für Recht auf befristete Teilzeit

Erstellt am: 08.02.2017

WEINSTADT – Der Vorsitzende der Bezirksgruppe Rems-Murr des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Dr. Michael Prochaska, hat die jüngsten Pläne von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles für ein Recht auf befristete Teilzeit heftig kritisiert. „Hier werden die unternehmerischen Belange wieder einmal ganz hinten angestellt“, sagte Prochaska am Mittwoch in Weinstadt bei der Mitgliederversammlung der Bezirksgruppe: „Denn wie ein Arbeitgeber es hinbekommen soll, dass der ‚Laden läuft‘, wenn Beschäftigte ihr Arbeitszeitvolumen primär an ihrer privaten Lebensführung orientieren, erklärt uns der Gesetzgeber nicht.“

Flexibilität dürfe keine Einbahnstraße sein, sondern müsse die Interessen von Arbeitgebern genauso berücksichtigen wie von Arbeitnehmern.WEINSTADT – Der Vorsitzende der Bezirksgruppe Rems-Murr des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Dr. Michael Prochaska, hat die jüngsten Pläne von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles für ein Recht auf befristete Teilzeit heftig kritisiert. „Hier werden die unternehmerischen Belange wieder einmal ganz hinten angestellt“, sagte Prochaska am Mittwoch in Weinstadt bei der Mitgliederversammlung der Bezirksgruppe: „Denn wie ein Arbeitgeber es hinbekommen soll, dass der ‚Laden läuft‘, wenn Beschäftigte ihr Arbeitszeitvolumen primär an ihrer privaten Lebensführung orientieren, erklärt uns der Gesetzgeber nicht.“ Flexibilität dürfe keine Einbahnstraße sein, sondern müsse die Interessen von Arbeitgebern genauso berücksichtigen wie von Arbeitnehmern.

Die Politik verspreche zwar immer wieder Bürokratieabbau, erleben müssten die Unternehmen aber Jahr für Jahr das Gegenteil, monierte Prochaska, der Vorstand für Personal und Recht bei Stihl in Waiblingen ist: „Die Gewinnsituation in der Metall- und Elektroindustrie ist nicht gerade komfortabel. Rund zwei Fünftel der Unternehmen schreiben Verluste oder befinden sich in einer sehr niedrigen Gewinnzone. Dennoch findet die Politik immer wieder Gründe, um Freiheiten von Unternehmern weiter einzuschränken – anstatt unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern.“

Südwestmetall-Hauptgeschäftsführer Peer-Michael Dick warnte davor, die derzeit gute Arbeitsmarktlage als selbstverständlich anzusehen. „Nur mit den richtigen Rahmenbedingungen können vorhandene Arbeitsplätze hierzulande gesichert sowie neue geschaffen werden“, sagte Dick: „Dazu gehört mehr Spielraum beim Arbeitszeitrecht, um im Rahmen von ‚Industrie 4.0‘ neue Arbeitszeitmodelle aufsetzen zu können, die Arbeitnehmern und Arbeitgebern nutzen.“

Dick kritisierte die Ankündigung der IG Metall, in der nächsten Tarifrunde Ende dieses Jahres mehr Arbeitszeitflexibilität einseitig zu Gunsten der Beschäftigten durchsetzen zu wollen. „Dies würde zu Flexibilitätseinschränkungen für die Arbeitgeber führen“, so der Hauptgeschäftsführer der Metallarbeitgeber in Baden-Württemberg: „Im heutigen globalen Umfeld ist eine weitreichende Flexibilität für die Betriebe aber unerlässlich – nicht zuletzt, weil die deutsche Metall- und Elektroindustrie aufgrund der viel zu hohen Lohnkosten einen deutlichen Wettbewerbsnachteil hat.“

Südwestmetall sehe durchaus, dass die Beschäftigten in bestimmten Situationen etwas mehr Flexibilität benötigten, sagte Dick: „Wenn im Gegenzug die IG Metall dafür Verständnis hat, dass auch die Unternehmen in Zeiten immer schwieriger werdender globaler Produktionsbedingungen mehr Spielraum brauchen, kann es hier durchaus zu einem vernünftigen Austausch kommen.“

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Datum: 19.9.2020

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