Metallarbeitgeber warnen vor Überschwappen der Lockdown-Maßnahmen auf Industrie

Bezirksgruppen-Vorsitzender Dr. Prochaska: "Muss auf jeden Fall vermieden werden, dass wieder weite Teile der Industrie lahmgelegt werden"

Erstellt am: 04.12.2020

WAIBLINGEN – Die Metallarbeitgeber in der Region Rems-Murr warnen vor den schwerwiegenden Folgen eines Überschwappens der Lockdown-Maßnahmen auf die Industrie. „Die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen des Teil-Lockdowns halten sich derzeit noch in Grenzen, weil die starken Industriesektoren davon nicht direkt betroffen sind“, sagte Prochaska, Vorsitzender der Bezirksgruppe Rems-Murr des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, am Donnerstag in Waiblingen: „Das bedeutet: Es muss auf jeden Fall vermieden werden, dass wieder wie im Frühjahr weite Teile der Industrie direkt oder indirekt lahmgelegt werden. Denn dann würde die wirtschaftliche Erholung abrupt enden und wir würden erneut in eine heftige Rezession stürzen.“

Die heimischen Industrie-Betriebe seien mit ihren komplexen Lieferketten weltweit stark vernetzt, erläuterte Prochaska: „Diese Wertschöpfungsketten stellen ein kompliziertes Räderwerk dar. Wenn man es einmal unterbricht, dauert es entsprechend lange, bis man es wieder zum Laufen bekommt. Ein Industrie-Betrieb mit seinen multinationalen Verflechtungen lässt sich nicht wie ein Lichtschalter einfach so aus- und wieder einschalten.“ Dies mache die Lockdown-Maßnahmen im industriellen Sektor so zerstörerisch.

„Die Politik sollte deshalb gut aufpassen, dass eventuelle weitergehende Lockdown-Maßnahmen auf keinen Fall auf die Industrie überschwappen“, mahnte der Bezirksgruppen-Vorsitzende, Dr. Michael Prochaska: „Einen erneuten steilen Absturz unserer Konjunktur wie im zweiten Quartal dieses Jahres können wir uns alle zusammen einfach nicht leisten. Das würde unsere Volkswirtschaft nur sehr schwer verdauen können.“

Ganz entscheidend sei aber auch, dass sich die Bevölkerung an die Corona-Regeln halte, so dass es möglichst überhaupt nicht zu einer Verschärfung der Maßnahmen gegen die Pandemie kommen müsse, betonte der Arbeitgebervertreter: „Wenn wir uns dem Risiko entsprechend verhalten, können wir viele Menschenleben retten und dafür sorgen, dass unsere Unternehmen und Arbeitsplätze nicht in Gefahr geraten.“

Eine wirkliche Entwarnung könne es erst geben, wenn ein Impfstoff gegen das Virus großflächig auf dem Markt sei, sagte Prochaska. Immerhin stünden nun einige erfolgversprechende Impfstoffe kurz vor der Verabreichung. „Bis ausreichend Menschen geimpft sind, müssen wir aber noch lange durchhalten und uns bis dahin weiter vorsichtig verhalten“, appellierte Prochaska.

 

Info: Der Arbeitgeberverband SÜDWESTMETALL ist einer der größten industriellen Arbeitgeberverbände Deutschlands. Er vertritt in Baden-Württemberg die arbeitsrechtlichen, tarif-, sozial- und bildungspolitischen Interessen von mehr als 1.600 Mitgliedsbetrieben der Metall- und Elektroindustrie. Die Bezirksgruppe Rems-Murr als eine von insgesamt 13 regionalen Vertretungen betreut 96 Mitgliedsbetriebe mit knapp 20.000 Beschäftigten im Rems-Murr-Kreis.

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Michael Kempter

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